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Montag, 30 Juni 2008 |
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Eine Parawissenschaft (gr. para = neben) ist ein außerhalb
der Wissenschaften (aber nicht unbedingt außerhalb des universitären
Wissenschaftsbetriebes) angesiedelter Erkenntnisbereich, dessen Theorie
und Praxis weitgehend auf illusionärem Denken beruht. Damit kann der
Anspruch eines solchen Erkenntnisunternehmens, verlässliches Wissen
über Welt oder Mensch zu erlangen oder erlangt zu haben, nicht
eingelöst werden. Demgegenüber können andere nichtwissenschaftliche
Erkenntnisbereiche, wie etwa die Alltagserkenntnis, durchaus
verlässliches Wissen produzieren. Wird neben dem einfachen
Erkenntnisanspruch auch der Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhoben,
bezeichnet man eine Parawissenschaft als Pseudowissenschaft. In
der Alltagssprache sowie in der internationalen Literatur ist das Wort
„Pseudowissenschaft“ (engl. pseudo-science) häufiger anzutreffen als
„Parawissenschaft“ (para-science), wobei es je nach Kontext im engeren
oder weiteren Sinne verwendet wird. „Parawissenschaft“ ist daher eine
neuere, an die Bezeichnung „Parapsychologie“ angelehnte Wortbildung,
die es erlaubt, den Begriff „Pseudowissenschaft“ auf seine engere
Bedeutung zu beschränken. Viele Para- bzw. Pseudowissenschaften
verfolgen vornehmlich praktische Ziele und können daher auch als Para- bzw. Pseudotechnologien bezeichnet werden.
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Michael Link zur Geschichte der Wünschelrute |
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Donnerstag, 22 Mai 2008 |
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Der GWUP-Themenartikel zu Erdstrahlen gibt an, man könne die
Wünschelrutentechniken bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen.
In einem Kommentar zum GWUP Artikel zu Erdstrahlen auf einer persönlichen Wikipedia Seite wird behauptet, praktisch die gesamte Wissenschaft sei anderer Auffasung, als die GWUP. Unter anderem wird auf die Gebrüder Grimm verwiesen, die nach Ansicht des Kritikers den Gebrauch des
deutschen Wortes für das 13. Jahrhundert belegen. Es wird ferner behauptet, die GWUP
interessiere sich für "solche Nuancen um Jahrhunderte oder gar Jahrtausende
verständlicherweise nicht. ihr geht es ja vor allem um eins:
Wünschelruten funktionieren nicht!! Da ist alles andere natürlich egal."
STELLUNGNAHME Michael
Link (Dipl.-Geologe, Bamberger
Spezialbibliothek Radiästhesie)In der heutigen Wünschelrutenliteratur
wimmelt es von Behauptungen, die versuchen, Radiästhesie als (ur)alte
Kulturtechnologie hinzustellen. Das Grundprogramm wird hier von Autor zu Autor
relativ kritiklos und unhinterfragt abgeschrieben. In der Regel konzentrieren
sich diese Darstellungen auf die Eckpfeiler Kaiser Yü, Moses und die
Felsmalereien in der Sahara.
Nur dass der chinesische
Kaiser Dämonen (und keine Erdstrahlen) jagen ließ, Moses sicher einen massiven
Wanderstab und keine Haselrute durch den Sinai schleppte und von den Malereien
in der Tassili einfach nirgendwo aussagekräftige Abbildungen aufzutreiben sind.
Es handelt sich hier im Wesentlichen um eine Pseudohistorie, deren Mechanismus
am schönsten Ambrose Bierce in "Des Teufels Wörterbuch" im Eintrag
"Freimaurer" darstellt:
"FREEMASONS, n. An order with secret rites, grotesque ceremonies
and fantastic costumes [...]. Its emblems and symbols have been found in the
Catacombs of Paris and Rome, on the stones of the Parthenon and the Chinese
Great Wall, among the temples of Karnak and Palmyra and in the Egyptian
Pyramids - always by a Freemason."
Entsprechend ist eine
gewisse Vorsicht angemessen bei Quellen, die den Beginn der Radiästhesie ohne
handfeste Belege ins Neolithikum, in die Antike oder wo auch immer verorten.
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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 28 Mai 2008 )
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